Agenda 21 - ein Handlungsplan für das neue Jahrtausend
Der globale Anspruch von 1992
1992 ist das Jahr, auf das sich alle Aktivitäten der
Zukunftsfähigen Entwicklung beziehen. In dem Jahr unterzeichneten fast 180
Staats- und Regierungschefs die Agenda 21 als Handlungsprogramm für das
21. Jahrhundert. Seitdem hat es von der internationalen bis zur lokalen Ebene
eine Fülle von Aktivitäten und Diskussionen gegeben. Warum - fragt
man sich - motiviert die Agenda 21 so viele Menschen in den unterschiedlichsten
Staaten und Städten zur Mitarbeit? Die Agenda 21 verfolgt zwei grundlegend
neue Ideen:
- Sie ist ein Handlungsprogramm, das für alle Staaten in Nord und Süd, Ost und West, eine Entwicklung ermöglichen soll, die auf Dauer die Tragfähigkeit unserer Erde und ihrer Ökosysteme nicht überfordert. Eine solche "Zukunftsbeständige Entwicklung" soll zugleich sozial gerecht und wirtschaftlich auch machbar sein.
- Außerdem setzt die Agenda 21 darauf, dass die Menschen vor Ort, die als ExpertInnen am besten über lokale Strukturen und Anforderungen Bescheid wissen, den Agenda 21 - Prozess gestalten. Die Agenda 21 ist kein fertiges Programm, sondern sie gibt nur den Rahmen an, der im Dialog mit allen Betroffenen - und das ist jeder in der Stadt - ausgefüllt werden soll.
Die Agenda 21 fordert die Staaten auf, allen Interessierten die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen, damit vor Ort gemeinsam Lösungsvorschläge erarbeitet und danach auch umgesetzt werden können. In kleinen Schritten soll an vielen Orten der Erde zugleich eine Bewegung in Richtung einer Zukunftsbeständigen Entwicklung einsetzen. In der deutschen Diskussion stand lange Zeit der Umweltaspekt als Grundlage für eine Politik der Zukunftsbeständigkeit im Vordergrund, während man die entwicklungspolitische Komponente vernachlässigte und diese vorrangig den weniger industrialisierten Staaten als Entwicklungsperspektive zuschrieb.
Eine nachhaltige bzw. zukunftsbeständige Entwicklung beinhaltet nicht nur eine ökologische Dimension. Ökologische, ökonomische und soziale Handlungsfelder stehen im engen Zusammenhang. Die politisch-institutionelle Dimension, die für die Umsetzung der Agenda 21 verantwortlich ist, beeinflusst die vorher genannten Handlungsfelder in gleicher Weise. Dabei geht es - bildhaft gesprochen - nicht um die Zusammenführung vierer nebeneinander stehender Säulen, sondern um die Entwicklung einer mehrdimensionalen Perspektive.
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In der Abbildung wird die Dreiecksbasis durch die Handlungsbereiche der Agenda 21 - Ökologie, Ökonomie und Soziales gebildet. Sie beschreibt die inhaltlichen Schwerpunkte des Agenda 21 - Prozesses. Da die Agenda 21 jedoch nicht nur eine inhaltliche Verknüpfung vorschlägt, sondern auch politische und strukturelle Veränderungen, wird diesem Dreieck noch eine Spitze aufgesetzt, die mit jedem der drei Handlungsfelder verbunden ist und die institutionelle Verankerung und Umsetzung der Inhalte abdeckt. Das Besondere an der Graphik liegt in der Möglichkeit, die verschiedenen Dimensionen nicht isoliert voneinander zu betrachten, sondern ihre Verbindungen zu sehen. Auf diese Weise können Überschneidungen und Problemfelder ausgemacht werden, wie beispielsweise, dass das wirtschaftliche Ziel eines wachsenden Tourismus mit dem ökologischen Ziel des Erhalts der Natur kompatibel gestaltet sein muss.
Jede Entwicklung hat Konsequenzen für eine andere. Deshalb ist es das erklärte Ziel der Agenda 21, ein Programm zu erstellen und umzusetzen, das allen Dimensionen gleichermaßen gerecht wird und die gegenseitigen Auswirkungen bereits frühzeitig in die weitere Planung mit einbezieht. Den ausführlichen Text der Agenda 21 finden Sie in deutscher Übersetzung unter: http://www.oneworldweb.de/agenda21/

