Soziale Stadt - STÄRKEN vor Ort
Das Programm STÄRKEN vor Ort wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und den Europäischen Sozialfonds (ESF). Kleinstvorhaben, so genannte Mikroprojekte, werden aus diesem Förderprogramm bundesweit in Gebieten der Sozialen Stadt als auch in Landkreisen finanziell unterstützt.

Das Programm STÄRKEN vor Ort soll die sozialen und beruflichen Perspektiven junger Menschen in benachteiligten Stadtteilen und strukturschwachen ländlichen Gebieten verbessern. Für das Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stehen bis Ende 2011 insgesamt 116 Millionen Euro zur Verfügung (rund 99 Millionen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds plus rund 17 Millionen Euro kommunale Kofinanzierung).
Das Programm STÄRKEN vor Ort setzt auf kleine lokale Initiativen, Organisationen und viel zivilgesellschaftliches Engagement, um nur noch schwer erreichbare junge Menschen dort anzusprechen, wo sie leben. Adressaten der Kleinstprojekte sind jungen Menschen mit schlechteren Startchancen sowie Frauen, die Probleme beim Einstieg und Wiedereinstieg in das Erwerbsleben haben. Ziel ist, Jugendliche, die Gefahr laufen, sich langfristig Lebenschancen zu verbauen, aktiv aufzusuchen, sie sozial zu stabilisieren und zu motivieren, weiterführende Angebote zu nutzen. Die geförderten Kleinstprojekte helfen, indem sie etwa Anschlüsse an Schulen, Fördermaßnahmen und Ausbildung oder Erwerbsarbeit vermitteln. Dafür werden in bundesweit 280 Fördergebieten in den nächsten drei Jahren gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Mikrozuschüsse in Höhe von bis zu 10.000 Euro vergeben.
STÄRKEN vor Ort ist der vierte Baustein der Initiative JUGEND STÄRKEN des Bundesjugendministeriums. Es knüpft ab sofort an das erfolgreiche Programm „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ an, das nach fünf Jahren Förderung Mitte vergangenen Jahres planmäßig ausgelaufen ist. Weitere Bausteine der Initiative JUGEND STÄRKEN des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sind die fortgesetzten und in 2008 teils erheblich aufgestockten Programme Schulverweigerung – Die 2. Chance, Kompetenzagenturen und Jugendmigrationsdienste, die so genannten harten Schulverweigerern den Weg zurück in die Schulen ebnen, beziehungsweise Jugendlichen neue Perspektiven eröffnen, die nach der Schule nicht den Sprung in eine Ausbildung oder den Beruf schaffen.
in Lübeck:
Lübeck erhielt für die Förderzeiträume 2004-2008 einen Zuschlag für das Programm „LOS“ von jährlich 100.000 Euro für den Stadtteil St. Lorenz, um insgesamt 55 Mikroprojekte mit ca. 1.000 Teilnehmer/innen zu finanzieren, die die Beschäftigungsfähigkeit von Menschen unterstützten und erhöhten. Einige Projekte konnten nachhaltig verstetigt werden.
Das Programm STÄRKEN vor Ort übernimmt damit das erfolgreiche Instrument des Einsatzes von lokalem Kapital für soziale Zwecke aus dem gleichnamigen Vorgängerprogramm und wird zugleich stärker als bisher auf jugend- und gleichstellungspolitische Ziele ausgerichtet.
Mikroprojekte in Buntekuh
2009 konnten im Stadtteil Buntekuh 9 Mikroprojekte für Jugendliche, junge Erwachsene und Frauen umgesetzt werden, 2010 waren es 11 Projekte. Ziel ist insbesondere die Unterstützung beim Erwerb des Schulabschlusses und beim Einstieg in die Berufs- und Arbeitswelt für Jugendliche, junge Erwachsene und Frauen mit und ohne Migrationshintergrund.
Ein Begleitausschuss, der sich aus 4 BewohnerInnen Buntekuhs, der Frauenbeauftragten, Vertreterinnen des Jobcenter, des Buntekuh-Büros, des Fachbereiches Kultur und Bildung und der Lokalen Koordinierungsstelle zusammensetzt, hat für das Jahr 2011 die folgenden Mikroprojekte, die jeweils mit maximal 10.000 Euro gefördert werden, ausgewählt:
Erwerb sprachlicher Kompetenzen zur Unterstützung der Kinder, Sprachschule „besserwissen"
Das Projekt ermöglicht es ausländischen Müttern von Schulkindern, vormittags Deutschunterricht zu erhalten. Der Unterricht hilft den Müttern das deutsche Schulsystem zu verstehen und stärkt sie darin, ihre Kinder im Schulalltag zu unterstützen.
Integration durch Tanz, Türkische Gemeinde Lübeck e.V.
Frauen mit und ohne Einwanderungsgeschichte lernen in einer Gruppe von ca. 12 -15 Frauen verschiedene Formen des Orientalischen Tanzes kennen und fertigen eigene Kostüme. Vermittelt werden Bewegungsfreude, Steigerung der körperlichen Fitness, Teamarbeit, verschiedene kulturelle Aspekte und vieles mehr.
„Mit Migranten für Migranten“
Speziell geschulte MigrantInnen bieten Veranstaltungen zu gesundheitlich relevanten Themen (Vorsorgemaßnahmen, Übergewicht, Suchtprävention, seelische Gesundheit etc.) in ihrer Muttersprache an, um die soziale und gesundheitliche Teilhabe von MigrantInnen zu gewährleisten. Als Veranstaltungsorte dienen Schulen, Kindergärten, Kirchengemeinden, Arztpraxen, Nachbarschaftsbüros.
Bildungsatlas Buntekuh, Casa IQ
Das Projekt wird mit SchülerInnen der Baltic-Schule durchgeführt. Die SchülerInnen setzen sich mit dem Thema Bildung und lebenslangem Lernen auseinander, recherchieren Angebote von Bildungseinrichtungen und Ausbildungsbetrieben und führen dort Interviews durch. Die Ergebnisse werden in einem Atlas dokumentiert. Alle TeilnehmerInnen erhalten zum Abschluss ein Zertifikat.
Was willst Du werden? Berufe kennen lernen und im Radio vorstellen, Offener Kanal Lübeck
Jugendliche TeilnehmerInnen erlernen die Vorbereitung und Durchführung von Interviews und Hörfunksendungen zum Thema Berufe/ berufliche Orientierung und trainieren journalistische Beitragsformen wie Interview und Moderation.
Nähprojekt Buntekuh, Sprungtuch e.V.
Das „Nähprojekt Buntekuh“ unterstützt und fördert Frauen mit und ohne Migrations-hintergrund darin, ihre mitgebrachten Kulturtechniken anzuwenden, sowie sich beim Schneidern zusätzliche Fähigkeiten anzueignen. Dieses geschieht unabhängig von Leistungsdruck und Qualifikationen. Die Teilnehmerinnen haben die Möglichkeit, ihre vorhandenen Ressourcen in das Projekt mit einzubringen und zu erweitern und im Rahmen von ehrenamtlichem Engagement Verantwortung zu übernehmen.
„Stark mit Eltern“, Grundschule Koggenweg und Sprungtuch e.V.
Viele zugewanderte Eltern sind bereit, sich für ihre Kinder zu engagieren und erkennen die Bedeutung von Bildung und Deutschkenntnissen als Grundlage gelungener Integration an. Diese Eltern werden dabei unterstützt, ihre Kinder gezielt zu fördern. Hierzu gehören die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule, Beteiligung in Mitwirkungsgremien, Förderung der Sprache, sowie auch Aktivitäten in und außerhalb der Schule. Durch die Zusammenarbeit mit Sprungtuch e.V. werden Eltern gezielt kultursensibel und muttersprachlich angesprochen.
Mobilität und Stabilität mit Migrantinnen, Humanistische Union
Angeboten wird ein Fahrradkurs für Frauen mit Migrationshintergrund. Kursinhalte sind: Das Fahrrad und seine Funktionen, Verkehrsregeln, praktisches Üben, Erkunden des Wohnumfeldes, Routen/Karten erstellen. Gestärkt werden u.a. die körperliche Beweglichkeit und die räumliche Mobilität. Parallel werden individuelle Beratungen zur persönlichen und beruflichen Perspektiventwicklung angeboten.
„Think pink”, IN VIA Lübeck e.V.
Mädchen und junge Frauen im Alter ab 11 Jahren setzten sich mit dem Thema „Berufs- und Lebenswegperspektiven“ auseinander. Sie werden motiviert, ihren Schulabschluss zu erreichen und setzen sich mit ihren individuellen Talenten und Ressourcen auseinander. Sie entwickeln erste tragfähige Berufs- und Lebensperspektiven, nehmen an Betriebsbesichtigungen teil und absolvieren nach individueller Möglichkeit ein Praktikum zur Berufserprobung.
„Interkultureller Computerkurs“, IKB e.V., Haus der Kulturen
Arbeitslose Frauen und Mädchen mit oder ohne Migrationshintergrund erhalten die Möglichkeit, auch ohne Vorkenntnisse den Umgang mit Computern und dem Internet zu erlernen. Dazu gehören erste Schritte wie Briefeschreiben am Computer, Internetnutzung, E-Mail schreiben und PC Sicherheit. Vorhandene Unsicherheiten im Umgang mit der Technik werden abgebaut. Stadtteil- Kino/Film-Club Buntekuh, IKB e.V., Haus der Kulturen Ehrenamtliche Filmfans werden geschult und bereiten Kinovorführungen für Anwohner allen Alters im EKZ Buntekuh und in öffentlichen Gebäuden vor. Kino wird als regelmäßiges Kulturangebot in den Stadtteil gebracht und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund können erlernen, wie Filme erstellt werden.
Ansprechpartner für Infos und Anmeldungen:
Lokale Koordinierungsstelle STÄRKEN VOR ORT
Hansestadt Lübeck
Fachbereich Wirtschaft und Soziales
2.515 BALI/JAW
Bettina Teichert
Dr. Julius-Leber-Straße 75
23552 Lübeck
Tel.: 0451 / 122-5430
Fax: 0451 / 122-5497
E-Mail: bettina.teichert@luebeck.de
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.esf-regiestelle.eu
